… Volatilität?

In aller Munde (zumindest was den am Börsengeschehen interessierten Teil der Öffentlichkeit anbetrifft) ist der Volatilitätsbegriff. Der Zusammenhang mit extremen Kursszenarien ist den meisten dabei noch bekannt, doch was versteht man eigentlich genau unter dem Begriff?

Grundsätzlich lässt sich Volatilität recht kompakt als Maßstab für die Preisschwankung eines bestimmten Wertpapiers oder auch eines ganzen Index während einer bestimmten Zeitperiode definieren. Das Gewinn- oder Verlustpotenzial einer bestimmten Anlage lässt sich mit dieser Kennziffer abschätzen wobei anzumerken ist dass eine Projektion von vergangenheitsorientierten Daten auf die Zukunft stattfindet. In normalen Marktphasen sind derartige Projektionen denn auch halbwegs zulässig, allerdings verhält es sich unter extremen Marktbedingungen anders. Eine ganz wichtige Eigenheit der aktuellen Krise (auch wenn manche sie bereits als überstanden ansehen) ist die extreme Kursvolatilität. Diese entzieht dem Markt insofern Kapital da viele private Anleger aus Angst vor extremen Verlusten von Aktieninvestitionen Abstand nehmen, des Weiteren verschärft sie auch die Rahmenbedingungen bei Absicherungsgeschäften (beispielsweise Risikoprämien bei Credit Default Swaps).

Besondere Praxisbedeutung kommt dem Volatilitätsbegriff auch im Zusammenhang mit der Optionspreistheorie zu. Als allgemeine Regel lässt sich feststellen, dass die Optionsprämie unabhängig davon ob es sich um einen Put oder einen Call handelt umso höher ausfalllen wird je höher die Volatilität des Underlyings ist. Extreme Kursschwankungen im Basiswert wirken sich auf gehebelte Produkte (wie Optionsscheine) natürlich besonders stark aus.

Auf die bereits angeschnittene Problematik der Projektion vergangenheitsbezogener Daten ist an dieser Stelle nochmals kurz zurückzukommen: Neben dieser historischen Volatilität wird im Optionsscheinbereich auch noch mit einer impliziten Volatilität gearbeitet. Diese ist ein Maßstab für die erwartete Schwankungsbreite des Underlyings bis zum Ende der Optionsscheinlaufzeit. Es ist anzumerken dass es sich auch hierbei um einen theoretischen Ansatz und ein Modell handelt und - insbesondere in den extremen Marktphasen des Jahres 2008 - Projektion und Realität durchaus weit auseinanderfallen können.

Weblinks zum Thema
fondsvermittlung24.de
handelsblatt.com
finanztip.de


Ähnliche Beiträge

Datum: Samstag, 23. Mai 2009 7:00
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Was ist eigentlich...

Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben