Sind Filmfonds eine Anlagevariante?

Während sich Investmentfonds grundsätzlich durch ein geringeres Risiko aufgrund der stärkeren Streuung im Vergleich zur Investition in einen einzigen (oder auch einige wenige) Werte auszeichnen, haftet geschlossenen Fonds generell der Makel der schweren Handelbarkeit an. Nicht ganz zu Unrecht, aber dennoch könnte die Investition in eine geschlossene Fondsvariante durchaus eine interessante Option sein.

Ein klassisches Beispiel in diesem Zusammenhang stellen Filmfonds dar. Wie sich leicht erahnen lässt investiert der Anleger sein Geld in diverse Medienereignisse wie Filmproduktionen oder Musicals, welche aufgrund des Vertriebs dieser Produktionen oder der Ausstrahlungen Renditen erzielen (so zumindest die Annahme…). Wenn das Kapital von allen Anlegern eingesammelt wurde, gilt der Fonds als geschlossen. In aller Regel haben Filmfonds eine Laufzeit von fünf bis zehn Jahren. Das im ersten Absatz erwähnte Argument der schweren Veräußerbarkeit greift auch hier, ein vorzeitiger Verkauf ist sehr schwierig und falls realisierbar oft mit Verlusten verbunden.

Wer als Anleger sein Geld in eine geschlossene Fondsvariante investiert, wird rechtlich Kommanditist einer GmbH oder Co. KG. Der Anleger haftet also bei eventuellen Risiken oder auch einem Totalverlust. Inwieweit eine Nachschusspflicht gegeben ist, hängt vom einzelnen Angebot ab, ist aber in jedem Falle dem Verkaufsprospekt zu entnehmen.

Beliebt waren Filmfonds in früheren Jahren aufgrund der hohen Verlustzuweisungen - damals konnten die Verluste, welche bis zu 100% der Einlagen betrugen, mit anderen Einnahmen gegengerechnet werden, wodurch natürlich die persönliche Steuerschuld gemindert werden konnte. Diese Möglichkeit der steuerlichen Anrechnung existiert mittlerweile nicht mehr, was Medienfonds natürlich weniger attraktiv macht. Verluste können aktuell nur dann angesetzt werden, wenn sie aus gleichartigen Investments wie zum Beispiel anderen Medienfonds stammen.

Der schlechte Ruf, welcher dieser speziellen Form von geschlossenen Fonds anhaftet, ist durch viele Fehlinvestitionen der letzten Jahre verursacht. Viele Anleger investierten in Filme, welche kaum Einnahmen erbrachten, die versprochene Rendite musste abgeschrieben werden. Wer sein Geld in Filmfonds investieren will sollte sich in jedem Falle vorher genauestens über das hinter dem Angebot stehenden Unternehmen informieren (bisherige Aktivitäten, Erfolge, Ruf etc.). Eigentlich selbstverständlich, aber manchmal eben doch nicht: Der Verkaufsprospekt sollte komplett und gründlich gelesen werden, bis der Anleger wirklich versteht wofür er sein Geld riskiert.

Weblinks zum Thema
handelsblatt.com
welt.de


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Datum: Mittwoch, 31. Dezember 2008 8:19
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