Tagesgeld als Geldanlage
Tagesgeld ist derzeit in aller Munde. Nachdem viele Direktbanken das Tagesgeldkonto schon vor längerer Zeit als Mittel der Neukundengewinnung entdeckt haben, sieht man mittlerweile überall Werbung für Tagesgeldkonten, auch seitens der großen Filialbanken. Doch für wen und vor allem zu welchem Zweck eignet sich ein Tagesgeldkonto als Geldanlage? Zinsen von über 4% p.a. sind heute keine Seltenheit mehr und übertreffen damit sogar oftmals die Rendite einer Anlage in Festgeld, zumindest bei einer Laufzeit von nicht viel mehr als einem Jahr.
Dennoch sollte ein Tagesgeldkonto nicht als einzige Geldanlage genutzt werden und auch der dort angelegte Betrag sollte kein zu großer Teil des zur Verfügung stehenden Kapitals ausmachen. Denn auch ohne ein Risiko eingehen zu müssen sind bei einer langfristigen Anlage durchaus noch höhere Zinsen zu erzielen. Außerdem sind die Zinsen auf einem Tagesgeldkonto nur für einen relativ geringen Zeitraum garantiert, der selten mehr als 6 Monate beträgt. Je nach Entwicklung des Geldmarktes – und derzeit stehen die Weichen auf Zinssenkungen – kann der Tagesgeldzins eines Kontos geändert werden. Eine solche Zinssenkung kann dem Anleger beim Festgeld während der Laufzeit nicht die Rendite verringern.
Aus diesen Gründen bleibt Tagesgeld weiterhin vor allem für kurzfristige Geldanlagen interessant und natürlich für Mittel, die jederzeit benötigt werden könnten. Wertpapiere zu einem ungünstigen Zeitpunkt veräußern zu müssen, um nötige Ausgaben tätigen zu können, lassen sich durch eine Reserve auf einem Tagesgeldkonto vermeiden. Ebenso können Mittel, die aufgrund einer unsicheren Börsenlage nicht investiert sind, renditebringend auf einem Tagesgeldkonto angelegt und dennoch bei steigenden Kursen jederzeit wieder umgeschichtet werden.
Alexander Bertram (artikel [at] netnut [.] de)