CFD-Branche auf dem Weg aus der Zockerecke
Aufgrund relativ hoher Transparenz (was man insbesondere im Derivate-Bereich nicht immer sagen kann) einen enormen Zuwachs an Marktanteilen insbesondere bei privaten Anlegern verzeichneten während der letzten beiden Jahre sog. Contracts for Difference, kurz CFDs. Hierbei handelt es sich um eine Art Finanzwette, als Underlying fungieren primär Indizes, Aktien, Rohstoffe und Devisen.
Aufgrund der Tatsache, dass diese Produkte nicht an der Börse gelistet sind wie herkömmliche Aktien, Zertifikate oder Optionsscheine läuft der Handel bislang primär über spezialisierte Onlineroker. Der interessierte Anleger eröffnet hier ein Konto und kann dann innerhalb weniger Tage seine prognostischen Fähigkeiten mit hoher Hebelwirkung auf die Probe stellen.
Die klassischen Anlagebanken in Deutschland sehen aktuell CFDs immer noch als Konkurrenz zum eigenen Angebot. Da man aber schließlich auch keine Kunden an innovative Broker verlieren möchte sind mittlerweile Kooperationen angedacht bei welchen der CFD-Anbieter nur im Hintergrund agiert und der Handel über die Plattform der Bank stattfindet.
In diesem Zusammenhang zu erwähnen ist das Unternehmen cefdex, welches sich nicht direkt an den Endkunden wendet sondern Anlagebanken oder auch Onlinebrokern Komplettpakete anbietet. Die Bank wiederum kann entscheiden welche Werte sie für den CFD-Handel einsetzen möchte und welche Hebel hierbei möglich sein sollen. cefdex sieht in dieser Vorgehensweise einen wichtigen Beitrag zur Etablierung von CFDs als echte Investmentalternative. Um dem Zockerimage entgegenzutreten wird - zumindest zum Anfang - zu eher moderatem Hebeleinsatz geraten.
Was die aktuelle Situation auf dem deutschen Markt anbetrifft dominieren die Spezialisten eindeutig, allen voran genannt sei Marktführer CMCMarkets. Von den bekannten Universalbrokern hat mittlerweile flatex die Contracts for Difference ins Angebot integriert, auch RBS marketidex und der Forex-Spezialist FX direkt sollen nicht unerwähnt bleiben. Anders sieht die Sache (erwartungsgemäß) nach wie vor bei den Privatkundenbanken aus. Eine Vorreiterrolle inne hat hier die Deutsche Postbank AG, welche CFD-Kontrakte an den britischen Broker City Index weiterleitet. Der Handel findet hier also nicht direkt auf der Seite der Postbank statt, was das Konzept von cefdex darstellt. Die Großen der Branche - angefangen vom Primus Deutsche Bank über die Commerzbank-Tochter comdirect bis hin zum Sparkassenableger S Broker - sind eher zurückhaltend. Teilweise wird zwar sehr wohl überlegt die moderne Finanzwette einzubeziehen, konkrete Pläne liegen allerdings noch nicht vor.
Weblinks zum Thema
cefdex.de
cmcmarkets.de
cfds.onvista.de