ING will Interhyp übernehmen

Vor allem durch den Bereich der Vermittlung von Fremdwährungsdarlehen bekannt geworden ist der Baufinanzierungsanbieter Interhyp. Nun hat der niederländische Konzern ING Interesse an einer Übernahme von Interhyp angemeldet.

Der angebotene Preis liegt aktuell bei 400 Millionen Euro, dies entspricht 64 Euro pro Interhyp-Aktie. Das Verkaufsangebot liegt somit nahezu ein Drittel über dem am vergangenen Freitag notierten SDax-Kurs. Kaum verwunderlich der Kursgewinn der Interhyp-Aktien zu Wochenbeginn…

Der niederländische ING Konzern, der weltweit 125.000 Mitarbeiter und über 75 Millionen Kunden vorweisen kann, ist in Deutschland vor allem durch den Unternehmensbereich ING Direct bekannt geworden, der für das Internet- und Direktbankgeschäft verantwortlich zeichnet. Nach der Übernahme der Direktbank DiBa steht also nun ein zweiter größerer Schritt des Unternehmenswachstums auf dem deutschen Markt ins Haus. Das Interesse an der Übernahme dürfte auch daher rühren, dass die ING-DiBa in letzter Zeit vermehrt den scharfen Wettbewerb in Deutschland zu spüren bekam. Trotz einiger Top-Produkte wie beispielsweise dem beliebten Extra-Konto macht gerade der Bereich der Baufinanzierung Sorgen. Dem zuletzt zu beobachtenden Umsatzrückgang soll nun mit Hilfe der Münchner Interhyp entgegengewirkt werden. Das Unternehmen besitzt im Immobilienfinanzierungssegment einen Marktanteil von ca. drei Prozent, im Jahr 2007 wurden Baufinanzierungen im Wert von über 5,7 Milliarden Euro vermittelt.

Was die geplante Übernahme betrifft sieht es aktuell so aus, dass sich die ING-Gruppe zumindest die Mehrheit sichern will. Die Chancen hierfür stehen sehr gut, da die beiden Interhyp-Unternehmensründer Marcus Wolsdorf und Robert Haselsteiner bereits Zustimmung signalisiert haben ihre zusammen mehr als 32 Pozent des gesamten Aktienvolumens zu verkaufen (Wert ca. 134 Millionen Euro). Die Marke Interhyp soll auch nach einer Übernahme erhalten bleiben, sogar eine Expansion in Richtung Ausland ist angedacht.

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Datum: Montag, 19. Mai 2008 20:32
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Ein Kommentar

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    [...] von Immobilien stellen sog. Fremdwährungsdarlehen dar. Diese Kreditsonderform ist in Deutschland - Ausnahmen bestätigen die Regel - noch relativ unbekannt, in anderen Ländern (beispielsweise Österreich) [...]

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