Verbraucherkredit-Richtlinie weiter umstritten

Der vor einiger Zeit vom EU-Wettbewerbsrat erarbeitete Kompromiss zur Verbraucherkredit-Richtlinie bleibt weiter umstritten - auch das Europäische Parlament steht dem Ganzen eher skeptisch gegenüber. Die Harmonisierung der Richtlinie scheint leider zu einer “Never ending story” zu werden - eigentlich hätte das Verfahren bereits vor Jahren einen Abschluss finden sollen. Das Hauptproblem ist dabei in der Vielfalt der zu harmonisierenden Länder zu sehen.

Der besagte Kompromiss kam vor allem auf Drängen des deutschen Ratsvorsitzes zustande. Die allgegenwärtige Skepsis gegenüber dem Entwurf wird vor allem mit fehlendem Mehrwert begründet. Ganz im Gegenteil: Viele Abgeordnete befürchten eine Zunahme der Komplexität im Verbraucherkredite-Bereich. Wenn man die neue Richtlinie studiert, so kann ein Kreditnehmer für sein individuelles Darlehn mit mehr als umfangreichen Vertragswerken und ausufernder Belehrungsvielfalt rechnen. Die zu erwartende Informationsflut könnte den Kreditnehmer aber wohl mehr verwirren als ihm nutzen. Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass die Letztverantwortung für die Kreditaufnahme immer beim mündigen Kunden bleiben muss.


Besonders im Kreuzfeuer der Kritik stehen die mit den Neuerungen verbundenen Kosten. Eine finanzielle Belastung der Kreditgebers wäre zwar durchaus akzeptabel, aber - so der Standpunkt des Europäischen Parlaments - dann müssten die Neuerungen zumindest einen volkswirtschaftlichen Gewinn hervorbringen. Der Hauptgewinn wäre in diesem Zusammenhang natürlich ein gesamteuropäischer Binnenmarkt für Verbraucherkredite.

Einer der Vorteile eines derartigen Binnenmarktes wäre die Möglichkeit, einen Verbraucherkredit auch in anderen Mitgliedstaaten, eventuell auch über das Internet, aufzunehmen. Jedoch müssen hierfür die rechtlichen Rahmenbedingungen klar und zweifelsfrei formuliert sein. Eine Studie des Europäischen Parlaments weist das Verbraucherinteresse in diesem Bereich zwar als gering aus, Experten rechnen für die Zukunft hier aber auf jeden Fall mit einer Änderung. In jedem Falle sollte die Verbraucherkredit-Richtline dem Schutz des Verbrauchers dienen und nicht - wie es im Moment den Anschein hat - zu mehr Bürokratie führen.

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Datum: Dienstag, 5. Juni 2007 16:48
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