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 Arten der Finanzierung

 

Innenfinanzierung Teil 2 - Finanzierung aus Rückstellungszuführungen und Abschreibungen

Was die Wirkungsweise von langfristigen Rückstellungen und Abschreibungszuflüssen für die Finanzierung anbetrifft ist zunächst auf folgendes hinzuweisen: In der Kapitalflussrechnung wirken die beiden genannten Posten als "Zufluss" flüssiger Mittel. Die hängt jedoch damit zusammen, dass sie das Ergebnis nach Steuern als Startgröße der Kapitalflussrechnung gemindert haben. Aufgrund der Tatsache, dass die Aufwendungen in keinem Zusammenhang mit dem Abfluss flüssiger Mittel stehen erfolgt eine Korrektur des Ergebnisses nach Steuern indem beide Posten wieder zurückaddiert werden.

Werden in einem Unternehmen Rückstellungen gebildet so werden diese finanziellen Mittel im Unternehmen gebunden, was wiederum zu einer Minderung des Jahresüberschusses führt. Aufgrund dieser Kapitalbindung stehen dann weniger Mittel für Ausschüttungen zur Verfügung (Abfluss finanzieller Mittel). Von grundlegender Bedeutung ist dabei der zeitliche Horizont der Rückstellungen da ein Finanzierungseffekt nur bei entsprechend langfristigen Positionen vorhanden ist. In diesem Zusammenhang wird dann auch oft von innerbetrieblichen Fremdfinanzierungen gesprochen. In der Praxis von großer Bedeutung sind insbesondere Pensionsrückstellungen da diese eine besonders langfristige Ausrichtung aufweisen. Besonders zum Zeitpunkt von Neuzusagen sind Pensionsrückstellungen beinahe als Eigenkapital anzusehen, nichtsdestotrotz werden sie insbesondere von Analysten und Unternehmensratern als Fremdkapital behandelt.

Wenn von Finanzierung aus Abschreibungsrückflüssen die Rede ist so basiert diese auf ersparten Auszahlungen. Diese kommen wiederum dadurch zustande, dass der Kauf des betreffenden Investitionsgutes und eventuell auch ein damit verbundener Mittelabfluss bereits vor der aktuellen Rechnungsperiode erfolgt ist. Um einen Finanzierungseffekt zu erkennen muss der Gegenwert der Abschreibung dem Unternehmen zugeflossen sein. Ein Kapitalfreisetzungseffekt tritt dann ein wenn die zurückfließenden Finanzmittel nicht zur Beschaffung eines Ersatzgutes benötigt werden. Dem gegenüber steht der Kapazitätserweiterungseffekt, der dann eintritt wenn die frei werdenden Gelder sofort wieder in ein Anlagegut des gleichen Typs und gleicher Anschaffungskosten investiert werden.

Im Zusammenhang mit dem Kapitalfreisetzungseffekt und dem Kapazitätserweiterungseffekt fällt auch oft das Stichwort vom Lohmann-Ruchti-Effekt, manchmal auch als Marx-Engels-Effekt bezeichnet (erstmals findet eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Phänomen in "Das Kapital" von Karl Marx und Friedrich Engels statt). Vereinfacht gesagt besagt der Lohmann-Ruchti-Effekt (der Name hat sich trotz der rechtmäßigen kommunistischen Urväter durchgesetzt), dass Teile des Anlagevermögens sich unter der Prämisse, dass die ihnen jeweils zugeordneten Abschreibungen vom Markt über den Verkaufspreis zurückgeholt werden kann, sich selbst finanzieren.

 

 

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