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 Arten der Finanzierung

 

Außenfinanzierung Teil 3 - Leasing, Factoring, Mezzanine-Kapital sowie forderungsbesicherte Wertpapiere

Neben den beiden Hauptformen existieren im Segment der Außenfinanzierung einige Sonderformen von denen die wichtigsten an dieser Stelle kurz skizziert werden sollen. Wenn von Leasing gesprochen wird, so wird hiermit eine Finanzierungsalternative bezeichnet, bei welcher der Leasinggeber dem Leasingnehmer ein Leasinggut (Mobilien wie Immobilien möglich) gegen Zahlung eines vereinbarten Entgelts (Leasingrate) zur Nutzung überlässt. Grundsätzlich zu unterscheiden ist direktes (Leasinggeber ist auch der Hersteller des Leasinggegenstandes) und indirektes Leasing (Leasinggeber ist ein Finanzinstitut). Inwieweit Leasingverträge gegenüber klassischen Finanzierungsansätzen die günstigere Alternative darstellen muss am Einzelfall geprüft werden, da die Leasingrate Herstellungs- und Finanzierungskosten sowie Versicherung und Gewinnaufschlag umfassen muss.

Um eine Form des Outsourcing handelt es sich beim Factoring. Die Vorgehensweise sieht dabei so aus, dass das Unternehmen seinen Forderungsbestand (oder auch nur einen Teil davon) an eine Factoring-Gesellschaft verkauft. Das Unternehmen erhält hierfür sofortige Liquidität zur Verfügung gestellt, meist erfolgt eine 90%ige Bevorschussung. Die Begleichung der restlichen 10 Prozent findet bei tatsächlichem Forderungsausgleich oder bei Uneintreibbarkeit der Forderung statt. Die Factoring-Gesellschaft wird hierbei tatsächlicher Forderungsinhaber und trägt damit auch das Ausfallrisiko, im Fachjargon wird in diesem Zusammenhang auch von „true sale“ gesprochen. Was die Klassifizierung der verschiedenen Factoring-Formen anbetrifft so ist zunächst die Unterteilung in "Inhouse-Verfahren" und "Full-Service-Verfahren" anzuführen. "Inhouse" bedeutet dass der Forderungsverkäufer die Debitorenbuchhaltung selbst weiterführt, bei "Full Service" übernimmt dies der Factor. Bezüglich der Offenbarung gegenüber dem Kunden wird oft auch noch in stilles und offenes Factoring unterscheiden. Wie sich bereits erahnen lässt bedeutet "still", dass der Debitor nichts vom Forderungsverkauf erfährt während "offen" die Verkaufsanzeige an den Kunden beinhaltet. Um einen Sonderfall handelt es sich beim Fälligkeitsfactoring ohne Finanzierungsfunktion. Hier sind die Forderungen zu 100 Prozent ausfallgesichert.

Um eine weitere Finanzierungssonderform handelt es sich beim Mezzanine-Kapital, einem Sammelbegriff für Mischformen zwischen Eigen- und Fremdkapital. Die klassische Form von Mezzanine-Finanzierungen sieht so aus, dass dem Unternehmen wirtschaftliches und / oder bilanzielles Eigenkapital zugeführt wird, dem Kapitalgeber hierfür aber keinerlei Stimmrechte oder sonstige Einflussnahmemöglichkeiten gewährt werden, auch Residualrechte sind ausgeschlossen. Verbreitete Beispiele für Mezzanine-Kapital mit Eigenkapitalcharakter sind Genussrechte, wertpapierverbriefte Genussscheine, stille Beteiligungen oder Wandel- und Optionsanleihen. Partiarische Darlehen nachrangigen Charakters oder Gesellschafterdarlehen haben hingegen Fremdkapitalcharakter und stellen in der Bilanz Verbindlichkeiten dar. Kapitalgeber sind in vielen Fällen Private Equity-Gesellschaften, Kreditbanken sowie spezilaisierte Mezzanine-Fonds, wobei sich die Kapitalgeber ihrerseits großteils über Fremdkapital refinanzieren bzw. es findet eine gebündelte Weiterreichung der Darlehen an Investoren statt. Im Vergleich zu Aktienkapital sind Mezzanine-Finanzierungen wesentlich flexibler da die gesetzlichen Vorschriften weniger streng sind. Dies betrifft sowohl die Laufzeit der Finanzierung (meist 7 bis 10 Jahre), die Möglichkeiten der Finanzierungskündigung, die Regelungen bezüglich Verzinsung, Gewinn und Verlust als auch die Rückzahlungsmodalitäten.

Ein Factoring-Spezialfall sind forderungsbesicherte Wertpapiere (im englischen Original wird von "asset-backed security" gesprochen). Der Unterschied besteht darin, dass der Forderungskäufer keine Factoring-Gesellschaft ist, sondern eine speziell zu diesem Zweck etablierte Ankaufsgesellschaft. Diese Ankaufsgesellschaft verbrieft die Forderungen als "Commercial Papers" und platziert sie am Kapitalmarkt, um dort institutionelle Anleger als Käufer zu finden. Zur Verringerung des Ausfallrisikos für den Anleger erfolgt eine umfassende Absicherung des Underlyings. Der englische Fachbegriff hierfür lautet "credit enhancement", realisiert wird eine derartige Absicherung beispielsweise durch Warenkreditversicherungen oder durch Fälligkeitsfactoring (siehe oben). Der Vorteil forderungsbesicherter Wertpapiere im Vergleich zu klassischem Factoring ist in der günstigeren Kostenstruktur zu sehen. Allerdings ist anzumerken, dass diese Variante nur für größere Unternehmen in Frage kommt wenngleich mittlerweile auch Lösungen für mittelständische Unternehmen angeboten werden welche ihre Forderungen in einem Pool zusammenfassen und gemeinsam "vermarkten".

 

 

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