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 Arten der Finanzierung

 

Innenfinanzierung Teil 3 - Umschichtung und Umfinanzierung

Auch im Bereich der privaten Vermögensverteilung durchaus gebräuchlich sind die beiden Begriffe der Umschichtung und Umfinanzierung. Im Unternehmensbereich werden sie der Innenfinanzierung zugeordnet, es findet in beiden Fällen eine strukturierte Umverteilung statt.

Von Umschichtungen im Vermögensbereich wird gesprochen, wenn Vermögenswerte (egal ob materieller oder auch immaterieller Form) in liquide Äquivalente überführt werden. Gebräuchlich und als synonym anzusehen ist in diesem Zusammenhang auch der Begriff der Substitutionsfinanzierung. Derartige Umschichtungen erfolgen in der Praxis primär durch den eigentlichen Umsatzprozess. Der Begriff wird auch in anderen Bedeutungszusammenhängen verwendet, sehr verbreitet ist er beispielsweise im Zusammenhang mit Geldanlagen und Wertpapier-Portfolios.

Ebenfalls in mehreren Bereichen gebräuchlich ist der Umfinanzierungsbegriff. Bei Unternehmen versteht man hierunter die Umschichtung von Positionen der Vermögens- oder auch Kapitalseite, wobei es zu keiner Veränderung der zur Verfügung stehenden Mittel kommt. Damit handelt es sich bei einer Umfinanzierung nicht um eine Bilanzverlängerung, sondern lediglich um einen klassischen Passivtausch. Der Finanzierungseffekt tritt nur ein bei einem tatsächlichen Kapitalzufuhr oder auch -abfluss, im Gegensatz hierzu stehen reine Passivtausche wie beispielsweise nominelle Kapitalerhöhungen. Als Beispiele für Umfinanzierungen seien die Substitution von Fremd- durch Eigenkapital auf dem Wege einer Kapitalerhöhung und einer gleichzeitigen Darlehenstilgung und die Substitution von Eigen- durch Fremdkapital über die Herabsetzung des Unternehmenskapitals und eine gleichzeitige Aufnahme eines Gesellschafterdarlehens angeführt. Große Praxisbedeutung haben Umfinanzierungsmaßnahmen insbesondere im Bereich der Unternehmenssanierung. Bei drohender Zahlungsunfähigkeit wird versucht kurzfristige in langfristige Verbindlichkeiten umzuschulden wobei natürlich auch hier Zinsen gezahlt werden müssen und ein derartiger Schritt nur dann Sinn macht wenn entsprechende Substanz im Unternehmen vorhanden ist.

Bei natürlichen Personen wird anstatt von Umfinanzierung auch oft von Umschuldung gesprochen wobei beide Begriffe als synonym verwendet werden. Ähnlich wie bei einem vom Konkurs bedrohten Unternehmen ist der Beweggrund für eine derartige Umschuldung meist ein sich auftürmender Schuldenberg. In aller Regel wird ebenfalls versucht zahlreiche Altverbindlichkeiten in ein günstigeres Gesamtdarlehen umzuschichten. Ob dies allerdings Sinn macht hängt primär von der Summe der Schulden sowie von der wirtschaftlichen Gesamtsituation des Betroffenen ab, unter Umständen kann eine private Insolvenz auch die sinnvollere Lösung sein.

 

 

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